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#01 Wie alles angefangen hat

Aktualisiert: 19. März 2023


...ein lauter Knall. Ich liege auf dem Boden, mein Motorrad weiter neben mir. Mein Bein schmerzt höllisch, es ist gebrochen, das bedeutet, die Reise ist beendet. Das kann einfach nicht wahr sein.



Ein Traum. Wir hatten den Traum, mit den Motorrädern nach Osten zu fahren, tief in den Osten, unbekannte Länder zu besuchen, den Pamir Highway zu fahren, das Wakhan Valley, die Seidenstraße, den Iran, die Mongolei. Alles Namen und Begriffe, die nicht jeder kennt, geschweige denn jeden zum träumen bringen. Bis wir so weit waren, los zu fahren, war es ein langer Weg. Wie es dazu kam, dass der Traum mit dem lauten Knall platzte, erkläre ich nach und nach in Reiseberichten, die erscheinen werden.


Der Anfang.

2007: Ich komme zum ersten Mal von Rumänien als Saisonarbeiter nach Deutschland um Geld für meinen Motorradführerschein und ein Motorrad zu verdienen. Schon als Kind war ich fasziniert von Motorrädern, blieb lange neben einem Motorrad stehen, wenn ich eins auf dem Weg zur Schule sah oder rannte raus zu unserem Hoftor um ein vorbeifahrendes Motorrad zu sehen. Ich kaufte mir sogar Motorradzeitschriften, obwohl ich kein Motorrad besaß und freundete mich später mit Arbeitskollegen an, die Motorräder hatten. Ich kaufte mir also nach der Spargelsaison 2007 eine Suzuki DR 600 aus 1988. Den Führerschein machte ich nicht, da ich kurz danach wieder ein Job-Angebot in Deutschland bekam und diesmal für unbestimmte Zeit blieb. Das Motorrad musste vorerst warten. Einige Jahre gingen ins Land. Ich blieb in Deutschland in Augsburg fest, das Thema Motorrad hatte gerade keine Priorität, da ich um hier richtig Fuß zu fassen, andere Sorgen hatte.


Das Thema Motorrad kommt wieder in mein Leben 2011: Ich erzähle meiner Freundin Susi bei einer Tasse Kaffee in der Tanke (wir wissen beide noch genau wo und an welchem Tisch), dass ich mir eigentlich immer schon gewünscht habe, Motorrad zu fahren und dass ich vor vielen Jahren schon ein Motorrad gekauft hatte, das seit dem bei meinem Vater auf dem Hof steht und vor sich hin rostet. "Ja warum machst du dann nicht den Führerschein?" kam die Gegenfrage. Deutsch ist nicht meine Muttersprache und ich war damals noch nicht so lange in Deutschland, außerdem war ich von morgens bis abends in der Arbeit. Ich hatte viele Zweifel, aber mit einem Argument überzeugte mich Susi: "Wenn du den Führerschein machst, mach ich ihn auch."


Der Start ins Motorradabenteuer

So machten wir beide den Führerschein, konnten uns aber erst nur ein Motorrad zusammen leisten: eine 600er Suzuki Bandit aus 2001. Bis 2016 machten wir in jedem Urlaub Motorradreisen zusammen auf einer Maschine. Wir schauten immer mal wieder nach einer passenden Maschine für Susi aber sie war immer der Meinung, dass es keinen Sinn macht mit zwei Maschinen rum zu fahren. Nach einigen Jahren holte ich meine alte Suzuki Dr600 von meinem Vater zurück und richtete sie her. Als sie fertig war konnte ich Susi überzeugen eine Probefahrt damit zu machen und es gefiel ihr. Die DR war eine leichte, schlanke, ziemlich hochbeinige Enduro, auf der sie aufrecht sitzen konnte und auch gut mit den Füßen auf den Boden kam. Wir machten einige kurze Touren, sogar auf einigen Schotterwegen waren wir unterwegs. Das einzige Problem war, dass die DR keinen E-Starter hatte und sie bekam den Motor nicht immer angekickt. Nach dieser Erfahrung war Susi absolut überzeugt, dass wenn sie sich eine Maschine kauft, dann so eine ähnliche Enduro mit E-Starter. Die Bandit mochte Susi gar nicht fahren. Zu groß und zu schwer. Wir schauten also nach passenden Enduro-Maschinen. Es gab nicht viel zur Auswahl. Eine nicht so alte DR 650 (immer noch alt), eine BMW F650GS, KTM 690 Enduro (zu teuer), BMW G650X Challange oder eine Husqvarna 650 Terra. Nach einigem hin und her fiel die Wahl auf die Terra und wir gingen zu einem Besichtigungstermin gleich bei uns in der Nähe. Was soll ich sagen: es passte einfach alles: erst 4500km drauf für 4450€, Baujahr 2012. Wir waren sowas von begeistert von der Terra, die ging wie die Sau uns sah aus wie neu. Mir gefiel die Terra auch sehr und ich schielte immer wieder nach ihr und nahm jede Gelegenheit wahr eine Tour damit zu machen. Auf jeden Fall überlegte ich langsam, was ich mit meiner DR machen soll.


Motivation und Inspiration

Seitdem ich Motorrad fahre (eigentlich schon seit ich davon träume), lese ich neben Schrauber Tipps auch viele Beiträge in Foren über Touren in verschiedenen Ländern in Europa aber auch von fernen Ländern. Später habe ich einige YouTube Kanäle entdeckt, die Reisevideos machten von deren Touren. Mich haben diese Reiserzählungen beeindruckt und sie inspirierten mich sehr auch andere Länder zu erkunden. Im ersten Motorradjahr fuhren wir nur in Deutschland, im zweiten Jahr wagten wir uns schon nach Österreich, Italien und Frankreich. Im dritten Jahr fuhren wir schon nach Norwegen bis ans Nordkap. In der Zeit las ich weiterhin Reiseberichte über immer exotischere Ländern wie Iran, Tadschikistan oder die Mongolei und erzählte Susi auch von den Abenteuern und wir hatten schon einige Vorbilder, denen wir im Internet folgten. Heimlich still und leise hat es sich der Traum einer größeren Motorradreise beim Lesen von diesen Reiseberichten und Videoschauen über die Jahre in meinem Hinterkopf gemütlich gemacht. Tadschikistan, Mongolei, Russland, mit Kocher und Zelt, 6 Monate, ... So viele Schlagwörter blitzten auf und machten sich dann kleinlaut wieder davon. Nie habe ich mir erlaubt weiter zu denken, eine Idee, oder einen Plan daraus zu machen...


Alles spricht dagegen

Das ist nur was für Reiche, Ingenieure, Beamte, Anwälte - dachte ich.

Man braucht viel mehr Erfahrung und Können als ich - dachte ich.

Wir würden uns gar nicht trauen dort hin zu fahren, wir sind nicht mutig genug - dachte ich.

Man braucht eine gut ausgestattete Reiseenduro und Touratech-Equipment - dachte ich.

So viel Kohle, wie man dafür braucht, werde ich niemals haben um zu kündigen und dann auf Reisen zu gehen - dachte ich.

Das ist unmöglich mit meinem Job vereinbar, niemand aus unserer Firma hat sowas gemacht, die würden mich sofort als verrückt erklären und rausschmeißen - dachte ich.

Also alles vernünftige Argumente - dachte ich zu diesen Zeitpunkt. Schließlich gab ich den Umständen die Schuld, dass wir so ein Motorradabenteuer niemals erleben werden.


Die Umstände ändern sich

Die Jahre vergingen und 2016 kauften wir die Terra für Susi und machten die erste Tour mit zwei Motorrädern nach Korsika. Es war eine super schöne Tour wo alles gut klappte. In der Zeit beschäftigte ich mich mit Offroad fahren und fuhr so oft es ging mit meiner DR Schotterwege. Ich fuhr sogar zum Stella Alpina Treffen und machte zum ersten mal Bekanntschaft mit richtigen Schotterwegen in den Bergen (und wie man richtig darauf stürzt). Ich wollte auf jeden Fall mehr solcher Touren machen. Es kam aber so, dass der Tüv einen Rahmenriss in den Rahmenunterzügen meiner DR entdeckte und das bedeutete den Tod für ein Motorrad, denn schweißen darf man nicht. Da kam gleich die Idee auf, mir auch eine Terra zu kaufen denn so könnten wir mit zwei gleichen Maschinen auf Tour gehen. Gleichzeitig bietet so eine Konfiguration mehrere Vorteile wie z.B. ich als Schrauber muss mich nur für einen Motorradtyp schlau machen, wir müssen weniger Ersatzteile mitschleppen, weniger Werkzeug und falls die beiden kaputt gehen, können wir aus zwei, eine gute machen und weiterfahren. So machten wir es und holten uns die zweite Terra Anfang 2017 mit 22000km für 4600€. Mit den beiden Terras fuhren wir zum ersten mal nach Sardinien und dann gleich im Sommer zwei mal nach Rumänien.


Die Idee bekommt Kontur

Als die DR kaputt war und wir mit dem Gedanken spielten eine zweite Terra für mich zu holen, kristallisierte sich die Idee heraus, dass wir vielleicht - nur ganz vielleicht - mit zwei gleichen Maschinen, wenn wir nur noch ein bisschen Offroad Erfahrung sammeln, wenn wir uns langsam die fehlende Ausrüstung besorgen und wenn wir langsam etwas Geld auf Seite legen, in ein paar Jahren auch so eine Tour bis in die Mongolei machen könnten. Und bis es so weit ist, werden wir auch mit unseren Jobs eine Lösung finden. Manchmal ist es nicht so gut, aber in diesem Fall war es gut, dass Susi sich alles meist viel einfacher vorstellt als es ist. Wir begannen zu recherchieren und erkannten sehr bald, dass auch "Normalos" solche Reisen machen können und fanden immer mehr Wege und Lösungen.


Von einer Idee zu einem Plan

Als die Idee aber Kontur bekam, dachten wir nur noch an das eine. Ein Motorradabenteuer bis in die Mongolei. Wir lasen noch mehr Reiseberichte und suchten gezielt nach Videos, Forumsbeiträgen, Dokus oder Bücher mit Reisen über die Seidenstraße, den Iran oder die Mongolei und besuchten einige Vorträge. Die Ideen sammelten sich und wir konnten schließlich einen Plan aus dem ursprünglichen Traum machen. Wir öffneten die Karte und verbanden Länder miteinander. Eine grobe Route entstand. Es sollte über die Türkei nach Asien gehen, dann Georgien, Armenien, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan, Russland, Mongolei, Russland, Europa.


Einen Zeitpunkt hatten wir noch nicht, denn ausschlaggebend war die Sache mit den Arbeitgebern. Umsonst haben wir Motorräder, Ausrüstung und Geld zusammengespart wenn der Arbeitgeber sagt: Nö. Zu kündigen wäre ich nicht bereit. Auch dafür suchten wir gezielt nach Lösungen und fanden in den Berichten, die wir lasen immer mal wieder Hinweise wie man das lösen kann. Laut dem Gesetz der Anziehung findet man die Antwort auf das was man sucht, wenn man seine Aufmerksamkeit gezielt darauf richtet. In unserem Unterbewusstsein findet ein Filterprozess statt und die unnötigen Informationen werden herausgefiltert, so werden wir automatisch auf Dinge aufmerksam, die für unser Vorhaben hilfreich sind. Und so bekam ich einen Hinweis, als ich mit einem Arbeitskollegen sprach und ich ihm von meinen Bedenken erzählte. Er war ziemlich gut vernetzt in der Firma und erzählte mir, dass bei uns in der Firma schon zwei Kollegen länger auf Reisen waren. Ich war schockiert. Was? Ich war absolut überzeugt, dass bei uns sowas nicht ginge. Gleich bei der nächsten Weihnachtsfeier sprach ich mit den Kollegen und war noch mehr in meinem Vorhaben bestärkt, dass es auch bei mir klappen wird. Einer war ein halbes Jahr und der andere war anderthalb Jahre unterwegs. Ich bekam einige Tipps und wurde noch mehr motiviert, meinen Plan durchzuziehen.

So gaben wir die grobe Route auf Google Maps ein, das ca. 22.000km als Antwort ausspuckte. Für sechs Monate klingt das gut, fanden wir.


Die Stunde der Wahrheit

Wir schmiedeten den Plan weiter. Wir hatten schon eine Route, einiges an Geld gespart und einige Ausrüstungsgegenstände. Für 2017 planten wir nach Rumänien zu fahren, um so viel wie möglich auf unbefestigten Straßen zu fahren, zu campen, die Ausrüstung zu testen und Erfahrungen zu sammeln. Wir fassten das Jahr 2018 ins Auge und richteten unsere Kraft und Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung der Tour. Irgendwann fasste ich Mut und bat meinen Arbeitgeber um ein Termin. In der ganze Sache hatte ich unheimlich Glück da wir in der Zeit sehr viel Arbeit hatten, ich deswegen viele Überstunden hatte und ich wegen meiner Anstrengung in der Arbeit als guter Mitarbeiter angesehen war. Außerdem versprach mir mein Arbeitgeber einige Monate davor eine Lohnerhöhung und dass er weitere Mitarbeiter ins Team holt um die Situation zu entspannen. Also fragte ich beim Termin wie es ausschaut mit der Lohnerhöhung (Natürlich vor dem Ankündigung zu meinen Vorhaben). Als das geklärt war, fragte ich wie es ausschaut mit neuen Mietarbeiter. Er meinte sie suchen grade welche aber warum? Ich sagte, ich möchte nächstes Jahr für ein halbes Jahr auf Reisen gehen. Mein Teamleiter, der auch anwesend war, meinte: "Neeeiiiiin!" Der Abteilungsleiter, "Joa!" Was soll ich noch sagen? Kein Geschrei, keine Drohungen, niemand haute auf dem Tisch, keine Kündigung. Der ganze Stress und Geschieß wegen nix. Es war jetzt kein Freudeausbruch dererseits und das bedeutete natürlich Stress und Aufwand aber sie freuten sich für mich. Es war noch ein gutes Jahr bis dahin und sie hätten genug neue Leute einstellen können und genug Zeit sie einzulernen. In einem späteren Termin klärten wir die Sache schriftlich in einem Sabbatical-Vertrag. Nach langer Überlegung war das die beste Lösung für mich. Das heißt, ich habe für das Jahr 2018 ein Sabbatical beantragt und möchte 6 Monate weg sein. So ist es einfach zu rechnen denn es ist genau die Hälfte von einem ganzen Jahr. Das heißt, ich arbeite in 2018 sechs Monate voll, ich bekomme aber nur die Hälfte von meinem Gehalt. Die andere Hälfte bekomme ich in den

anderen sechs Monate, wenn ich unterwegs bin. Das hat einige Vorteile gegenüber unbezahltem Urlaub, oder Job kündigen. Das gleiche bei Susi, ungefähr gleichzeitig machten wir diesen Schritt und wurden überrascht wie einfach das ganze lief.


Wie stellt man das an?

Natürlich ist nicht jeder Arbeitgeber so entspannt und lässt seine Mitarbeiter einfach so auf Reisen gehen. Vielleicht haben wir unheimlich viel Glück, oder die wirtschaftliche Lage hat es erlaubt, dennoch sollte man einige Sachen beachten wenn man was ähnliches vor hat. Man sollte es früh genug ankündigen, ein Jahr mindestens am besten zwei Jahre, einen guten Plan haben, keine vagen Ankündigungen wie: "mich zieht es in die Welt hinaus, keine Ahnung wann ich wieder da bin", auch zeitlich genau definieren, wann los, wann wieder zurück und bei Ablehnung ganz wichtig, keinen Streit, keine Drohungen und natürlich nicht kündigen (außer man will es). Man sollte nicht aufgeben, weil man ja noch genug Zeit hat, in 3 Monaten noch mal um einen Gespräch bitten und dem Chef eventuell nochmal Zeit geben sich das nochmal zu überlegen und dann in einem halben Jahr nochmal das gleiche. Dieses Spielchen kann man ja über Monate, Jahre hinweg spielen, auf jeden Fall wird jeder Chef irgendwann verstehen, dass du an deinem Traum festhältst und richtig überzeugt bist und wenn er dich weiterhin glücklich und fleißig in seinem Team haben will, dann muss er dich gehen lassen sonst wirst du unglücklich und wirst früher oder später kündigen. Vorausgesetzt man ist fleißig und als guter Mitarbeiter angesehen wie bei uns und dass man seinen Arbeitsplatz/Arbeitgeber behalten möchte, andernfalls ist das nur "die Gelegenheit" dich endlich los zu haben. Will man seinen Arbeitgeber sowieso wechseln, dann kann man sich das ganze Spiel sparen und zu gegebenen Zeitpunkt kündigen.

Die Vorbereitungen

Ab jetzt ging es so richtig mit den Vorbereitungen los. Ich werde jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen. Wir nahmen einen Kalender und teilten mittels der Visainformationen der jeweiligen Länder und der zu bewältigenden Strecke die Wochen nach Länder ein. Wir machten uns jede Woche Checklisten, die wir nach und nach abarbeiteten. Wir schrieben lange Word Dateien mit spezifischen Visa-Informationen oder Einreisebestimmungen. Wir besorgten uns neue Pässe, Internationale Führerscheine, und machten Kopien von allen wichtigen Dokumente und scannten diese zusätzlich und speicherten diese Digital für alle Fälle. Wir kauften uns Karten zu jedem Land, durch das wir vorhatten durchzufahren. Ich besorge mir digitalen OSM Karten für mein Garmin Navi, denn die originalen Karten sind nur für Europa gedacht. Wir mussten uns um unsere Wohnung Gedanken machen, um die Reinigung im Treppenhaus, um die Post, unser Auto und die Krankenversicherung. Auch an unseren Motorrädern war viel zu tun. Ich hatte vor, vor der Reise alles an Verschleißteilen zu erneuern, sonst alles zu checken und sie so genauer kennenzulernen. Einige Teile und Werkzeuge wollte ich auch noch für zum mitnehmen besorgen. Susi bemühte sich jeden Tag ein bisschen Farsi (Persisch) und Russisch zu lernen, ich versuchte es auch mit ein bisschen Russisch und mein English wollte ich auch noch verbessern.




April 2017 Ein Jahr vor der großen Reise

Im April 2017 hatten wir die zweite Husqvarna gerade ein paar Wochen bei uns. Wir überlegten uns schon eine Tour mit beiden Maschinen zu machen und weil es bei uns noch zu kalt war, entschieden wir uns für Sardinien. Das sollte kein großes Abenteuer werden, kein Zelt oder Kocher dabei. Wir haben eine Ferienwohnung gebucht und sind einfach mit wenig Gepäck los gefahren. Es ging darum, zu sehen ob wir mit den Motorräder auf langer Strecke klar kommen. Zum ersten Mal fuhren wir beide mit Einzylindern eine längere Tour. Für viel Gepäck hatten wir noch keine Lösung aber dafür hatten wir ja noch Zeit. In Sardinien nutzten wir jede Gelegenheit Schotterwege zu fahren und wir hatten viel Spaß. Da durfte ich lernen, dass Sturzbügel durchaus sinnvoll sind, wenn man nicht so viele Schrammen will. Die Tour lief gut und wir hatten eine Menge Spaß.



Juni 2017 - neun Monate vor der Reise machen wir die zweite Tour nach Rumänien. Diesmal hatten wir mehr Gepäck dabei und wollten wieder zelten, selber kochen und Schotter fahren durch die Berge. Susi hatte nur eine Gepäckrolle hinten drauf und ich hatte zwei Seitentaschen, die eigentlich für Susi gedacht waren und ich hatte mir noch von meiner Bandit das Top Case umgebaut und an meine Husqvarna angepasst (Top Case und Offroad ist übrigens keine tolle Kombi). Meine Schwarze Gepäckrolle hatte ich auch noch bei mir hinten. Damit klappte es eigentlich ganz gut, aber für die große Tour wollte ich mir Koffer besorgen, aber ich konnte mich nicht schnell entscheiden. In Rumänien sind wir viel im Norden des Landes unterwegs gewesen und haben viele Schotterwege erkundet, viel gelernt und Spaß dabei gehabt.



August 2017 sieben Monate vor der Reise machen wir die dritte Tour und wieder nach Rumänien. Auf der ersten Tour davor hatten wir eher den Norden des Landes besucht, diesmal wollen wir auch den Südosten erkunden. Wir fangen aber wieder im Norden an und fahren so viel wie möglich auf Schotterwegen und kleinen Straßen langsam nach Süden und machen auch einen kleinen Abstecher ins Donaudelta aber auch in die hohen Berge. Wir hatten ungefähr die gleiche Ausrüstung und das war für diese Tour ausreichend. Susi eine Gepäckrolle und ich ein Top Case, die Satteltaschen und eine Gepäckrolle. Eine Sache ist uns aber aufgefallen als wir auf den schlechten Schotterwege gefahren sind. In meinem Top Case hätte man Cocktails shaken und Eis crushen können. Da hatten wir meist das Essen und das Kochzeug. Nach der Reinigungsaktion wegen eines zerbrochenen Marmeladenglases wurde das Topcase endgültig für die Reise disqualifiziert. Auf der großen Reise werden wir oft auf schlechten Wege unterwegs sein, bzw. abseits davon, wenn es keine gibt (wie teilweise in der Mongolei). Außerdem ist bei schwierigen Passagen wie Flussdurquerungen ein volles Top Case denkbar schlecht wegen des hohen Schwerpunkts. Das ist uns bei unseren Touren mit der Bandit gar nicht negativ aufgefallen. Ok, da hätten wir auf die Top Case gar nicht verzichten können aber jetzt müssen wir eine Lösung ohne finden. Es klingt zwar absurd, aber ich freute mich echt über die verschlissene Kette und die abgefahrenen Reifen - im Winter würde ich genug Zeit haben mich darum zu kümmern und sie sind dann neu für die Reise. Beim letzten Kreisverkehr vor unserem Zuhause, stürze ich im Regen. Ob das an den Reifen oder an einer schmiereigen Schicht auf dem Asphalt lag konnte ich nicht rausfinden. Auf jeden Fall waren die Satteltaschen jetzt aufgeschürft und undicht, na klasse.


Januar 2018 drei Monate vor der Reise hatten wir schon ziemlich viel von unseren Checklisten erledigt. Im Herbst und Winter habe ich mir Koffer besorgt, die Satteltaschen repariert, gebrauchter Tankrucksack besorgt, neue Hosen, ein neues Zelt, diverse Ersatzteile, Werkzeug, neue Reifen für beide Motorräder, neue Ketten, Zündkerzen, Luftfilter und frisches Öl. Die Motorräder waren soweit vorbereitet. Wir fingen jetzt mit der Visa-Geschichte an. 2018 brauchte ich für die Tour sieben Visa (Iran, Russland, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan, Mongolei und Tadschikistan) und Susi fünf (ohne Mongolei und Kirgistan). Der Unterschied deswegen, weil ich einen rumänischen Pass habe und Susi einen Deutschen. Wir beauftragten eine Visa-Agentur mit der Beantragung der Visa. Die Agentur war auf Zentralasien und Russland spezialisiert und hat uns viel mit Informationen geholfen. Wir mussten bei den vielen Visa sehr auf die Zeitangaben und die Reihenfolge achten um nicht durcheinander zu kommen oder Probleme bei der Einreise zu bekommen. Das Russische Businessvisum kann man nur in Deutschland beantragen, nicht von unterwegs und es ist eh nicht einfach zu beantragen, das Iranische Visum ist auch schwierig, weil die viele Infos haben wollen und das Turkmenische Transitvisum gilt eh als das schwierigste überhaupt wo man nur eine 50% Chance hat es zu bekommen. Wegen alldem waren wir überzeugt, dass es besser ist Profis dran zu lassen, denn die machen das ja täglich. Wir schickten die Dokumente los und warteten.



Papierkramstress: April 2018 nur noch wenige Tage vor der Abreise machen wir uns mit dem ganzen Gepäck auf eine drei Tage-Tour nach Tschechien. Dort wollen wir testen ob wir alles dabei haben und ob wir mit dem ganzen Kram klar kommen. Inzwischen hatten wir fast alles erledigt unsere Pässe waren wieder da und die CDP (Carnet de Passages) waren in der Tasche. Nicht ohne Stress denn die Visa Agentur hat uns ehrlich gesagt fast in den Wahnsinn getrieben. Wir waren leicht unter Zeitdruck und haben anfangs vorsichtig gefragt wie es um unsere Visa steht. Die konnten uns entweder nicht sagen was Sache ist, oder waren gar nicht nach Plan vorgegangen, oder gingen einfach nicht ans Telefon. Das bereitete uns immer mehr Sorgen und wir fingen an immer mehr Druck zu machen denn die Zeit drängte. Das hat dazu geführt dass die gar nicht mehr ans Telefon gingen und wir standen da, ein paar Tage vor der Abreise, ohne Visa und ohne Pässe. Durch das ewige hin und her, bekamen wir schließlich mit, dass die Russischen und die Iranischen Visa durch waren. Wir entschlossen uns die Pässe zurück zu fordern und einfach los zu fahren und die restlichen Visa, die nicht so schwierig waren, unterwegs zu beantragen. Es war wirklich kurz vor knapp bis wir die Dokumente zurück bekamen. Doch zu unserem Glück war die Usbekische und die Turkmenische Visa auch drin, das haben wir gar nicht mehr gehofft, das es durchgeht, so knapp war es. Auch das Carnet de Passage war ein schwerer Brocken, denn dafür muss man 3000€ pro Moped beim ADAC hinterlegen und nochmal 350€ Gebühr. Die sind nicht ganz dicht, kann man sich denken. Für uns beide dann 6000€ die uns blockiert werden, anstatt es unterwegs auszugeben. Das war schwer zu schlucken und das Geld muss man erst mal ansparen.


Alles fertig, es kann los gehen. Nach der Tschechien-Tour müssen wir nur noch die Wohnung aufräumen, den Kühlschrank leeren, die Pflanzen verschenken und kleine organisatorische Aufgaben erledigen. Von den Arbeitskollegen, Freunden und Verwandten hatten wir uns schon verabschiedet. Am Donnerstag, den 12 April sollte es los gehen. Wie es los geht, wo wir lang fahren und was wir alles erleben, seht ihr im nächsten Beitrag.




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